Lost Places

Pripjat, Sperrzone von Tschernobyl und andere verlassene Orte

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Reportagen aus der Zone

Sperrzone von Tschernobyl. Sommer 2010

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Sperrzone von Tschernobyl. Sommer 2010
Nach dem Besuch des ehemaligen Überhorizontradars „Tschernobyl-2“ fahren wir zum ebenfalls ehemaligen Güterhafen von Pripjat. Ich war hier bereits mehrere Male, um die mächtigen pelikanartigen Kräne zu fotografieren. Und ausserdem hat Ewgeniy Samoilow – ein Beteiligter der Aufräumarbeiten von 1986 und einfach ein guter Mensch, vor etwa vier Jahren seine Erinnerungen über den Dienst am Güterhafen unmittelbar nach der Katastrophe zusammengefasst. Auf dem Weg zum Hafen entschliessen wir uns am winzigen Friedhof des Dörfchens Pidlissnyj anzuhalten. Dieses rätselhafte Örtchen sorgte eine lange Zeit für Verwirrung in der Zone. Die Älteren kannten es nicht, es gab es auch auf keiner Karte. An seiner Stelle jedoch gibt es sehr wohl eine Endlagergrube mit dem ähnlichen Namen „Podlesnoje“ – ein ziemlich unscheinbarer, betonierter Platz mit Boxen für die Lagerung von hochradioaktiven Abfall mit der Aktivität von 5 bis 250 R/St. 
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Tschernobyl –2. Sommer 2010

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Tschernobyl-2
Für diesen Ausflug  hatten wir keine besonderen Pläne und Ziele. Es wurde entschieden sich vor Ort zu orientieren. Mir ist aufgefallen, dass die interessantesten und produktivsten Touren immer dann entstehen, wenn man  keine grandiosen Pläne schmiedet und keine langen Vorbereitungen trifft, sondern rein intuitiv handelt.

Es ist 7.30 früh am Morgen. Wir verlassen Kiew. Die Woche war unheimlich heiss. Die Wetterexperten behaupten sogar, dass in diesen Tagen der Hitzerekord geschlagen wurde, der sich die letzten 64 Jahre hielt! Schon am frühen Morgen brennt die Sonne auf der Haut. Die Klimaanlage meines Autos läuft auf Hochtouren. Die Leute ziehen knappbekleidet mit Shorts und Badelatschen zum Strand, während wir in körperbedeckter Bekleidung (unanfechtbare Regeln des Strahlenschutzes) in die Zone von Tschernobyl hineinfahren.

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Das Krankenhaus von Pripjat. MSTsch-126

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Das Krankenhaus von Pripjat. MSTsch-126
Pripjat´s Krankenhaus oder MSTsch -126, wie die Eingeweihten es nennen. Ein riesiger Komplex, der den grössten Teil des ersten Stadtviertels einnimmt. Viele von den, die mindestens einmal in Pripjat waren, haben bestimmt das Hauptgebäude auf „der Strasse der Völkerfreundschaft“ mit den riesigen Buchstaben "Здоров'я народу - багатство країни" (Gesundheit des Volkes - Reichtum des Landes) auf dem Dach gesehen. Genau dorthin, am 26. April 1986, brachten die Rettungsfahrzeuge die ersten Opfer: Die Feuerwehrleute und das Kraftwerkspersonal. Einige von den bekamen mehrmals die tödliche Dosis innerer und äusserer Bestrahlung, hatten Beta-Verbrennungen der Haut. So etwas überlebt man nicht… Sie konnten noch aufrecht stehen, versuchten zu scherzen, aber ihre Tage und sogar Stunden waren bereits gezählt. Ihren Tod zu erleichtern war alles, was die Mediziner noch für sie machen konnten.     
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Wohnheime in Pripjat

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Wohnheime in Pripjat

Die Wohnheime in Pripjat bewahren trotz ihres erbärmlichen Zustands (bedingt durch die Evakuierung, unzähligen Versuche der Dekontaminierung, Desinfektion, Ratenvernichtung und auch durch gewöhnliche Plünderung) die Atmosphäre des sowjetischen zeitweiligen Wohnens. Ich glaube genau hier, in Pripjat´s Wohnheimen, kann man anhand der wenigen belanglosen „Bruchstücke“ der vergangenen Zeit, das Flair der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verspüren. Die meisten Wohnheime in Pripjat befinden sich in einem am nächsten zum AKW liegenden, ersten Bezirk der neuen Stadt am Ufer des Pripjat Flusses. Genau hier bezogen die Erbauer der Stadt und das Kraftwerkpersonal (einst in den Bauwagensiedlung „Lesnoj“ nicht weit von der Bahnstation Yaniv ansässig) ihre ersten Wohnstätten.  

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