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Dosimeter DKS-04

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Dosimeter DKS-04

Technische Eigenschaften. Verbraucherinformationen.

Das Dosimeter DKS-04 ist ein professionelles Gerät sowjetischer Herkunft aus der Zeit nach der Katastrophe von Tschornobyl. Es besitzt ein ähnliches Gehäuse wie das „Bella“ – ein einfaches Gerät aus der gleichen Epoche, dessen farbliche Vielfalt bekannt ist. Das Markenzeichen des DKS-04 ist jedoch sein ausschließlich rotes Plastikgehäuse. Lassen Sie sich nicht von der schlechten Verarbeitung, der hellroten Spielzeugfarbe und der Ähnlichkeit mit seinem kleineren Bruder „Bella“ irreführen – es handelt sich tatsächlich um ein professionelles Gerät mit soliden Einsatzmöglichkeiten.

Das Dosimeter DKS-04

Das Aussehen und die Qualität der Verarbeitung habe ich bereits oben erwähnt. Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen, außer dass die Verarbeitungsqualität relativ schlecht, aber typisch für die 80ger und 90ger Jahre des letzten Jahrhunderts ist. Im Unterschied zu „Bella“ ist das Batteriefach des DKS-04 kleiner, so dass die handelsübliche 9 V Batterie nicht mehr hinein passt. Sieben Ni-Cd Akkumulatoren D-01, zusammengehalten von einem speziellen Container, liefern dem Gerät die nötige Spannung. Normalerweise gehört zum Lieferumfang ein Außencontainer für die 9V Batterie, dieser fehlte jedoch bei meinem Gerät. Das verkleinerte Batteriefach und der Außencontainer für die 9 V Batterie sollen wohl das irrtümliche Aufladen der 9V Batterie verhindern.

Das Dosimeter DKS-04 Das Dosimeter DKS-04 Das Dosimeter DKS-04

Das Gerät verfügt ähnlich wie bei „Bella“ über drei Bedienelemente: einen Ein- Aus Schalter, einen Schalter zum Aktivieren des akustischen Signals (Spürmodus) und ein Knopf zur Spannungskontrolle, der im Unterschied zu demjenigen von „Bella“ noch zusätzlich zum Anzeigen der akkumulierten Dosis dient. Das wären dann aber auch schon alle Gemeinsamkeiten der beiden Geräte. Wie ich bereits erwähnt habe sind es trotz des identischen Gehäuse und Bedienelemente zwei völlig verschiedene Geräte, mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten.

Im Inneren des Gerätes ist ein Miniatur Geiger Müller Zählrohr des Typs SBM-21 mit einer Kadmiumummantelung verbaut. Durch die Größe des Zählrohres ist die Empfindlichkeit relativ niedrig, jedoch ist der Messbereich der Dosisleistung gegenüber dem sehr verbreiteten SBM-20 Zählrohr wesentlich grösser. Dies erklärt einen wichtigen Punkt – das Gerät misst erst ab 1 uSv/h. Diese Besonderheit führt bei Laien oft zu Missverständnissen: „Nach dem Einschalten erscheinen auf dem Display nur Nullen, wahrscheinlich ist es defekt...“ Selbstverständlich kann es bei einem 20 Jahre alten Gerät der Fall sein, jedoch hat es meistens eine ganz andere Ursache – in jenem Augenblick gibt es schlicht nichts zum Messen. Dieses Gerät ist für das Messen der natürlichen Umgebungsstrahlung nicht geeignet.

Das Dosimeter DKS-04 Das Dosimeter DKS-04 Das Dosimeter DKS-04

Der Einsatz

  • Das Dosimeter DKS-04 ist zum Nachweis und der Bewertung der Flussdichte von thermalen Neutronen, Röntgen- , Gamma-, und harter Betastrahlung, sowie zum Messen der Dosisleistung von Röntgen- und Gammastrahlung geeignet.
  • Das Dosimeter DKS-04 eignet sich zur dosimetrischen Kontrolle in Forschungsinstituten, Laboren und anderen Betrieben in denen mit Quellen ionisierender Strahlung gearbeitet wird.
  • Die Stromversorgung gewährleisten Akkumulatoren des Typs D-0,1. Die Akkus werden mit der mitgelieferten Ladestation aufgeladen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Akkumulatoren oder eine Batterie des Typs „6F22“ mit Hilfe eines Außencontainers an das Gerät anzuschließen.

Besonderheiten

  • Eingebautes Geiger Müller Zählrohr;
  • Akustische Signalisierung von registrierten Gammaquanten sowie die Überschreitung der eingestellten Warnschwellen;
  • 4096 Alarmschwellenwerte der akkumulierten Dosis in 1 mR Schritten;
  • Optische Darstellung der Entladung der Akkumulatoren.
Technische Daten

  • Messbereich der Äquivalentdosisleistung
mR/h
0,1…999,9
  • Messbereich der Dosis
mR
1 - 4096
  • Toleranz der Messgenauigkeit
%
25
  • Energiebereich
MeV
0,05…3,0
  • Dauerbetrieb mit einer 9V Batterie (7 St. D-0,1 Ni-Cd Akkus) bei der normalen Hintergrundstrahlung, nicht weniger als
Stunden
8
  • Gewicht ohne Batterie
kg
0,25
  • Temperaturbereich
°С
+10…+35
  • Abmessungen
mm
36×66×147

Der erste Eindruck beim Arbeiten mit dem Gerät: ein schnelles Ermitteln der Messwerte (die Messzeit beträgt 3 Sekunden, weitere 3 Sekunden wird das Ergebnis auf dem Display angezeigt, danach folgt der nächste Messzyklus) und niedrige Empfindlichkeit, die bei dem verwendeten Detektor des Typs SBM-21 auch zu erwarten ist.

In der Bedienungsanleitung wird die Einsatztemperatur mit ab +15оС angegeben. Mein Exemplar funktionierte jedoch selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt absolut tadellos. Einige Schwierigkeiten bereiteten mir die Kontaktfedern der Batterien. Selbst das Spreizen der Federn löste das Problem nicht wirklich.

Das Gerät ist gegenüber der Beta- und niedrigenergetischer Gammastrahlung wie z.B. 241Am wenig empfindlich. Jedoch misst es die mittel- und hochenergetische Gammastrahlung von 137Cs oder 60Co relativ zuverlässig.

Bei der Überschreitung des Messbereiches der Dosisleistung fängt das Gerät nach dem Ausblenden des maximalen Wertes von 999,9 mR/h wieder bei Null an zu zählen.

Was mir gefällt: Schnelle Messwertermittlung, grosser Messbereich der Dosisleistung bis 1 R/h, die Dosimeterfunktion.

Was mir nicht gefällt: geringe Empfindlichkeit, schlechte Einsatzmöglichkeiten bei niedrigen Temperaturen, kurze Batterielaufzeit, 9V Batterie passt nicht in das Batteriefach, minderwertige Verarbeitung des Gehäuses.

Fazit.

Von allen von mir getesteten Geräten ist DKS-04 das einzige was am wenigsten im Alltag verwendet werden kann. Im Übrigen war das auch nicht das Ziel der Entwickler. Alles außer der Verarbeitungsqualität spricht für einen professionellen Einsatz. Es ist weder ein gutes Strahlenspürgerät noch ein universelles Dosimeter, dafür aber ein Personendosimeter das für relativ hohe Dosisleistungen gedacht ist. Die schlechte Qualität der Verarbeitung entspricht der Zeit nach der Katastrophe von Tschernobyl - in der Endphase der Existenz von Sowjetunion versuchte man an allem zu sparen. Verschiedene Geräte bekamen ein und das selbe Gehäuse, anstatt zwei Detektoren wie z.B. SBM-20 für geringe Aktivitäten und SI3BG für hohe zu verwenden, hat man sich für die billigere Variante des SBM-21 entschieden.

Trotz allem funktioniert das Gerät, das zwei Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl hergestellt wurde, seit über 25 Jahren ohne größeren Probleme, und das ist für mich wichtiger als alle technischen Eigenschaften zusammen.

Nach meiner persönlicher 10-Punkte Bewertungsskala bekommt dieses Gerät 7 Punkte.

Das Dosimeter DKS-04 beim Ermitteln der Dosisleistung -

1 R/h

Das Dosimeter DKS-04 beim Anzeigen der Dosis -

270 mR

DKS-04 und Gamma Scout

Das Dosimeter DKS-04 Das Dosimeter DKS-04 Das Dosimeter DKS-04 und Gamma Scout

Autor: Yevgen „KRANZ“ Goncharenko


 

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Die Sperrzone von Tschornobyl

Von Yevgen KRANZ Goncharenko

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